Geschichte (Seite 1/7)
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Abriss der Schulgeschichte

Geistige Kultur wurde im Hochmittelalter von der Kirche getragen. Zunächst sorgten Kloster- und Domschulen für den Eigenbedarf an Bildung, im Verlauf des 13. Jahrhunderts entstanden jedoch in den Städten auch Schulen, die weitergehende Ziele verfolgten, Bürgerssöhnen den Besuch ermöglichten und oft an Stadtkirchen angeschlossen waren. Für Dresden wird im Jahre 1300 der erste Schulmeister ("Cunradus rector puerorum") genannt, mit ihm beginnt die nur wenige Lücken aufweisende und bis in die Gegenwart reichende Reihe namentlich bekannter Kreuzschulrektoren. Lange Zeit blieb die "schola crucis" die einzige Lateinschule der Stadt, sie hatte einen Schülerchor, aus dem der spätere Kreuzchor hervorging. Die sie tragende Kaufmanns- und Bürgerkirche war zunächst St. Nikolaus geweiht, besaß eine Reliquie mit einem Splitter vom Kreuz Christi und bewahrte diese in einer angebauten Kapelle, der Kreuzkapelle, auf. Deren Name übertrug sich im 13. Jahrhundert auf Grund ihrer Bedeutung für das religiöse Leben auf die gesamte Kirche, die folgerichtig 1388 als "ecclesia sanctae crucis" neu geweiht wurde und so auch Schule und Chor ihren Namen gab. Die Existenz der Kreuzschule wird urkundlich erstmals 1370 erwähnt, 1393 entstand das erste Schulgebäude südlich der Kreuzkirche, also dort, wo heute das neue Kreuzgemeindehaus steht. Erst 1866 wurde das unmittelbare Gegenüber zur Kreuzkirche aufgegeben: Das neuerrichtete Schulgebäude am Georgplatz bot endlich angemessenere räumliche Bedingungen. Die Zerstörung dieses Gebäudes 1945 und der spätere Ruinenabriss haben im Stadtbild keine Spuren hinterlassen, gegenwärtig weist nur das Denkmal des ehemaligen Kreuzschülers Theodor Körner, das vor der Schule am Georgplatz stand, auf die Stelle hin. Es fällt rechts ins Auge, wenn man auf der St. Petersburger Straße vom Hauptbahnhof zum Pirnaischen Platz fährt.